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Forschung und Entwicklung
Innovationen für unsere Kunden

Was uns bewegt?

Forschung und Entwicklung

Als KMU sind wir ein gerne gesehener Partner in Forschungs- und Entwicklungs-projekten. Seit Jahren sind wir im FKM-Arbeitskreis des Forschungskuratoriums Maschinenbau des VDMA tätig. Durch die Beteiligung an zahlreichen projekt-begleitenden Ausschüssen und am Redaktionskreis leisten wir einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der FKM-Richtlinie. Für unsere Kunden heißt das: Wir sind auf dem aktuellen Stand der Entwicklung und noch ein Stückchen weiter.

Regelmäßig initiieren wir eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte und setzen diese gefördert oder mit internen Mitteln um.

Unser aktuelles Forschungsprojekt:

  • Distr@l Projekt-Nr. 24_0074_2A: Entwicklung einer Software zur Erweiterung des Ermüdungsfestigkeitsnachweises der FKM-Richtlinie Rechnerischer Festigkeitsnachweis hinsichtlich mehrkanalig nichtproportionaler Lasten

Die FKM-Richtlinie ist ein etabliertes Regelwerk für rechnerische Festigkeitsnachweise im Maschinenbau und darüber hinaus in zahlreichen anderen Branchen. Für die Anwendung der FKM-Richtlinie müssen mechanische Spannungen ermittelt werden – üblicherweise mittels Finite-Elemente-Methode (FEM). Die Nachweisführung erfolgt anschließend in spezialisierter Software. Zwei etablierte Tools von ihf, AutoFENA und FKM inside ANSYS, ermöglichen eine normgerechte Bewertung der Bauteilfestigkeit.

Die Richtlinie wird in der Industrie erfolgreich eingesetzt, hat aber auch praxisrelevante Lücken und Unzulänglichkeiten. Im Rahmen des Forschungsprojektes „FKM Mehrkanalig“ [1] wurden Vorschläge erarbeitet, die den Nachweis wesentlich verbessern. Die umfangreichen und sehr anspruchsvollen neuen Algorithmen sollen im Rahmen unseres aktuellen Forschungs- und Entwicklungsprojekts (Laufzeit Juli 2025 – Juni 2027) in einer Software umgesetzt werden.

Die komplexen Algorithmen sollen in eine anwenderfreundliche Software implementiert werden. Ziel ist es, noch einfacher und effizienter physische Tests durch simulationsgestützte Nachweise zu ersetzen.

Die wesentlichen Änderungen betreffen die bisherige Koordinatenvarianz des Nachweisergebnisses sowie den Umgang mit nichtproportionalen Beanspruchungen. Diese neuen Methoden werden derzeit in die aktuelle FKM-Richtlinie integriert – in einem über 30-jährigen Kontext die bisher tiefgreifendste Überarbeitung.

Aufgrund der algorithmischen Komplexität ist eine Softwarelösung essenziell – diese wird im Rahmen unseres aktuellen Forschungsprojektes entwickelt.

Durch das Vorhaben werden KMUs in die Lage versetzt, nichtproportional beanspruchte Bauteile rein virtuell und weniger konservativ nachzuweisen – schnell, kostenschonend und von Aufsichts- und Zulassungsbehörden anerkannt. Das spart Zeit und Ressourcen, stärkt die Innovationskraft und verschafft einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Ermöglicht wird uns dieses Projekt durch eine finanzielle Förderung des Landes Hessen in Zusammenarbeit mit der WIBank.

 

[1] Wuthenow, R.; Fällgren, C.; Wächter, M.; Esderts, A.; Vormwald, M.: FKM Mehrkanalig: Erweiterung des Ermüdungsfestigkeitsnachweises der FKM-Richtlinie Rechnerischer Festigkeitsnachweis zur Anwendung auf mehrkanalig nichtproportionale Lasten; Abschlussbericht, FKM-Vorhaben Nr. 618, Heft 350, 2024

EIN WEITERES FORSCHUNGSPROJEKT VON UNS:

  • Einsatz von KI-Modellen beim rechnerischen Schweißnahtnachweis zur Abschätzung der Nennspannung parallel zur Schweißnaht aus örtlichen Spannungen

Ziel des Vorhabens:

Es soll ein Verfahren entwickelt werden, um den nummerischen Nachweis von Schweißnähten nach dem Kerbspannungsverfahren vollständig zu automatisieren. Für den Nachweis nach FKM-Richtlinie sind drei Spannungskomponenten notwendig. Zwei Komponenten können nummerisch mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode (FEM) örtlich ermittelt werden. Die dritte Komponente parallel zur Schweißnaht muss im Nachweis als globale Größe im Querschnitt (Nennspannung) angegeben werden. Die Ermittlung dieser Nennspannung ist nur bei wenigen, einfachen Strukturen (stabförmige Strukturen aus dem Stahlbau) möglich. Zu allen anderen Strukturen aus der industriellen Anwendung lassen sich Nennspannungen nicht automatisiert ermitteln. Hier soll das Vorhaben Abhilfe schaffen. Zwischen der örtlichen Spannung parallel der Naht und der Nennspannung besteht ein komplexer, von der Geometrie und vom Spannungsverlauf abhängiger Zusammenhang. Dies konnte ihf in ersten Voruntersuchungen zeigen. Der Zusammenhang soll genutzt werden, um mit Hilfe von neuronalen Netzen die Nennspannung näherungsweise abzuschätzen. Damit wird ein wirtschaftlicher, vollständig automatisierter Nachweis möglich.

Das letzte erfolgreich bearbeitete Forschungsprojekt:

Unser letztes Forschungsprojekt gefördert vom Land Hessen Staatskanzlei und der WIBank:

Schweißnähte sind eines der wichtigsten Verbindungsmittel in der Technik. Bei wechselnder Belastung sind sie in den allermeisten Fällen die versagenskritischen Schwachstellen. Der Nachweis von Schweißnähten erfolgt nach verschiedensten Regelwerken je nach Einsatz der Schweißnaht.

Die Bewertung von Schweißnähten ist, auch in der simulationsgetriebenen Produktentwicklung, eine Herausforderung. Aufgrund der besonderen Eigenschaften der Schweißnähte sind aufwändige rechnerische Methoden zur Führung des Nachweises erforderlich.

Im Rahmen dieses Projektes wurde in einem Zeitraum von November 2020 bis Ende Oktober 2022 eine Software erstellt, die einen Schweißnahtnachweis entsprechend FKM-Richtlinie, Eurocode oder IIW-Richtlinie vollautomatisiert und richtlinienkonform und damit prüffähig durchführt. Aktuelle Forschungsergebnisse und die geplanten Erweiterungen in der FKM-Richtlinie sowie dem Eurocode sind dabei ebenfalls berücksichtig worden.

Unterstützt wird ein automatisierter Nachweis mittels Struktur- oder Kerbspannungen, die auf Basis eines FE-Modells durch die Software ermittelt wurde. Schnittstellen zu ANSYS, Abaqus und HyperWorks wurden implementiert. Um die Automatisierungspotentiale zu erschließen, waren insbesondere bei der Erkennung der lokalen Nahtsituation durch die Software Innovationen, z.B. durch den Einsatz von Verfahren der Mustererkennung, erforderlich, die im Rahmen des Projektes umgesetzt wurden.

Begleitet wurde dieses Projekt durch unseren Verbundpartner, der Technische Universität Darmstadt, durch das Institut für Stahlbau und Werkstoffmechanik mit dem Fachgebiet Werkstoffmechanik (IFSW) und Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik (SAM).

Durch die geplanten Arbeiten der wissenschaftlichen Projektpartner wurde die Anwendbarkeit der Struktur- und Kerbspannungskonzepte für weitere in der Praxis übliche Nahttypen (Steckschweißverbindungen) und Nachweissituationen (Nahtende, Nahtwurzel) untersucht, die aktuell in den Richtlinien nicht berücksichtigt sind und daher in der Praxis offene Fragen aufwerfen. Die gewonnen Erkenntnisse wurden im Anschluss durch ihf in der Software implementiert und somit in die industrielle Anwendung übertragen.

Die Vorteile gegenüber dem Stand der Technik bestehen in einer erheblichen Beschleunigung des normativen Nachweisvorgangs und höherer Sicherheit durch eine erhöhte Nachweisdichte.

Ermöglicht wurde uns dieses Projekt durch eine finanzielle Förderung des Landes Hessen in Zusammenarbeit mit der WIBank.

    Zu den weiteren bearbeiteten Forschungsprojekten gehören:

     

    • Das HA-Projekt-Nr. 489/16-01: Entwicklung einer Software zum Festigkeitsnachweis basierend auf der FKM-Richtlinie nichtlinear.
    • Die Mitarbeit am Projekt HA-Projekt-Nr. 31112-01: Vorauslegung von PKW-Strukturen hinsichtlich Betriebsfestigkeit.
    • Das ZIM-Projekt EP091110: Erforschung von Skalierungsgesetzmäßigkeiten bei der Auslegung von rotierenden Maschinen am Beispiel von Großturboladern.